CFD’s oder Certificates for Difference Fluch oder Segen?

 

Worum handelt es sich bei diesen “innovativen Finanzprodukten“?

Aufgrund der Nachfrage von mehreren Anlegern möchte ich an dieser Stelle versuchen eine allgemeinverständliche Betrachtung von Certificates for Difference vorzunehmen.

Immer stärker beworben von Finanzdienstleistern sollen diese Finanzinstrumente dem Anleger den Eindruck vermitteln, sie seien DER Weg zum schnellen Reichtum. 

So kann der Anleger z.B. von Preisbewegungen in einzelnen Aktien, Aktienindizes, Edelmetallen, Devisen, etc. überproportional profitieren, da er nicht die jeweiligen Finanzinstrumente oder Waren selbst kauft, sondern lediglich eine Wette auf den zukünftigen Kursverlauf tätigt. Hier wird dann durch CFD’s ein Hebel angeboten, welcher durchaus bis zum Hundertfachen seines Kapitaleinsatzes gehen kann.

Prima mag der eine oder andere jetzt sagen, das bedeutet ich kann ähnlich wie bei Sportwetten oder Lotterien mit wenig Geld risikoarm einen Haufen Geld machen. Doch dieser eine oder andere hat weit gefehlt wenn er solches denkt. Denn die Sache hat nicht nur einen Haken sondern mehrere.

Da solche Certificates for Difference nichts anderes als Termingeschäfte ohne Netz und doppelten Boden sind, ist nicht nur die Gewinnmöglichkeit sondern auch das Verlustrisiko nahezu unbegrenzt.

Unterstellt man einmal den Erwerb von CFD’s mit einem Gegenwert von 100 Unzen Gold (übliche Kontraktgröße an der weltweit führenden Metallbörse COMEX in New York USA) zu einem Kurs von USD 900,00/Unze so wäre zwar der Gesamtwert der Position mit USD 90.000,00 zu beziffern, die zum Erwerb entsprechender Certificates for Difference benötigte Sicherheitshinterlegung betrüge jedoch lediglich 1% des Gesamtwertes, also gerade mal USD 900,00.

Daraus folgt, dass im Falle eines positiven Verlauf einer solchen Spekulation sich der eingesetzte Betrag schon nach einer Kursveränderung von 1% oder USD 9,00/Unze verdoppelt hätte, andererseits bei der wertmäßig gleichen Bewegung des Kurses in die falsche Richtung der Einsatz verbrannt wäre. Da nun mal Kursbewegungen nicht nur in Waren, wie im vorliegenden Fall Gold, sondern auch in Indizes oder einzelnen Aktien durchaus auf Tagesbasis bis zu 10% und mehr üblich sind, kann man im Falle der falschen Richtung sehr schnell bis zum 10fachen oder sogar mehr seines Einsatzes verloren haben. Und dann kommt die sog. Nachschusspflicht zum tragen. Wehe dem, der hier mit einer zu dünnen Kapitaldecke an die Sache herangegangen ist.

Des weiteren werden Certificates for Difference i.d.R. nicht an einer überwachten Börse abgewickelt, sondern die Kurse werden von den Emittenten gestellt. Welche Auswirkungen kann dies haben?

Da solche Geschäfte i.d.R. über Internetplattformen abgewickelt werden steht dem Emittenten jederzeit die Information über die wahrscheinliche und tatsächliche Markteinschätzung der Mehrzahl seiner Kunden zur Verfügung. Kurse werden in der Regel mit einem Spread zwischen Geld- und Briefkurs vom Emittenten in mehr oder weniger Anlehnung an die aktuell gehandelten Börsenkurse gestellt.

Erkennt der Emittent nunmehr z.B. das der überwiegende Anteil seiner Kunden Kaufabsichten hat, so hat er die Möglichkeit, weitestgehend unbemerkt, die Kurse geringfügig höher zu stellen als an der Vergleichsbörse, gleiches gilt im umgekehrten Fall. Schon ein, um 0,5% ungünstigerer Kurs kann also dazu führen, dass der Anleger 50% seines Anlagebetrages verliert. Der Manipulation sind somit also kaum Grenzen gesetzt.

Seriöse Anbieter solcher Spekulationen werden i.d.R. auf überwachte und kontrollierte Börsen verweisen, an denen sie selbst keinen Einfluss auf die Preisfindung haben. Auch ist an diesen Börsen ein Hebel 1 : 100, sowohl zum Schutz der jeweiligen Clearing Organisationen aber auch zum Schutz der Anleger nicht möglich. Je nach Kursauschlagsfreudigkeit legen diese Börsen einen Mindesteinschuss von ca. 5 – 10% fest (10 – 20facher Hebel) um so zu verhindern, dass eine Spekulation zum reinen Zocken verkommt und der Anleger nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit spätestens nach dem 3. Geschäft sein Geld verloren hat, respektive darüber hinaus eventuell sogar noch Nachschüsse leisten muss.

Fazit:

Mit Certificates for Difference sind m.E. die Warentermin- und Optionsklopperbuden der 80er und 90er Jahre wieder auferstanden. Was die höchstrichterliche Rechtssprechung und auch die Umsetzung der EG Richtlinie 93/22/EWG im novellierten WpHG in Bezug auf den Anlegerschutz erreichen wollte wird mit CFD’s weitestgehend umgangen.

Certificates for Difference sind zwar von großem Nutzen, jedoch nur für Emittenten und m.E. sicherlich nicht für den (insb. unerfahrenen) Anleger.

Sollten auch Sie ähnliches erlebt und wahrscheinlich gutes Geld verloren haben so wäre ich gerne bereit Ihnen mögliche Lösungsansätze zur Verfügung zu stellen.

Bitte schildern Sie Ihren Fall in Kurzform, so dass ich Ihnen kurzfristig weitere Informationen zur Verfügung stellen kann -> Senden Sie mir eine Email

 

 



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